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Friends of the Wolf Tone:
Ber­lin Meeting

16. Mai 2026

20:00
Sophiensaele

Sophiensæle Sophienstraße 18 10178 Berlin-Mitte

In der west­li­chen Musik ist der Wolf­s­ton eine akus­ti­sche Stö­rung, die durch die Über­la­ge­rung von Fre­quen­zen ent­steht, die von bestimm­ten Sai­ten­in­stru­men­ten erzeugt wer­den. Der Name selbst bezieht sich auf die „Wolfs­quin­te“, ein Inter­vall, des­sen mathe­ma­ti­sches Ver­hält­nis ver­kürzt wur­de, um den Quin­ten­zir­kel zu ver­voll­stän­di­gen – eine Dar­stel­lung der pytha­go­rei­schen Stim­mung, auf der die gesam­te west­li­che Musik basiert.

Da die Wolfs­quin­te als dis­so­nant und unan­ge­nehm für das Gehör gilt, wur­de sie in der musi­ka­li­schen Pra­xis bis heu­te sys­te­ma­tisch ver­mie­den oder sogar ver­bo­ten. Der Name die­ses ver­meint­lich unpas­sen­den Inter­valls inner­halb des har­mo­ni­schen Sys­tems erin­nert auch dar­an, wie die Figur des Wol­fes genutzt wur­de, um Geräusch­haf­tes zu ver­kör­pern, Anders­ar­tig­keit zu ver­schlei­ern und Angst zu manipulieren.

Die „Fri­ends of the Wolf Tone“ sind Musiker*innen, Künstler*innen und Forscher*innen, die sich der Aus­ein­an­der­set­zung mit die­sem Phä­no­men in der Musik und dar­über hin­aus ver­schrie­ben haben. Aus­ge­hend von dem Bedürf­nis, die Nor­men der west­li­chen Musik in Fra­ge zu stel­len, wid­men sie sich viel­fäl­ti­gen, gewis­ser­ma­ßen heu­len­den Akti­vi­tä­ten und set­zen sich dabei mit der Figur des Wol­fes als wie­der­keh­ren­dem Sym­bol für Angst, Abwei­chung oder Wider­stand aus­ein­an­der. Ihre Inter­es­sen rei­chen vom Mythos des Lykaon über Dis­ney-Böse­wich­te bis hin zur jüngs­ten Rück­kehr der Wöl­fe – sowohl in Natur­schutz­ge­bie­ten als auch inmit­ten poli­ti­scher Panikmache.