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Ener­gy Archi­ve 4

Im Rahmen von MaerzMusik 2026

23. März 2026

19:00
St. Elisabeth

St. Elisabeth, Invalidenstraße 158-161, 10115 Berlin

Die ame­ri­ka­ni­sche Kom­po­nis­tin, Per­for­me­rin und Instru­men­ten­baue­rin trifft in St. Eli­sa­beth auf die Musiker:innen des JACK Quartet.

Wenn Ellen Full­man das von ihr ent­wor­fe­ne Long String Instru­ment spielt, ist es, als wür­de sie zwi­schen den Sai­ten eines gigan­ti­schen Flü­gels spa­zie­ren gehen. Full­man bewegt sich zwi­schen Rei­hen von über zwan­zig Meter lan­gen Sai­ten, ver­setzt die­se mit ihren Fin­ger­spit­zen in Schwin­gung und bringt auf die­se Wei­se archi­tek­to­ni­sche Räu­me auf der gan­zen Welt zum Klingen.

Seit über 40 Jah­ren for­dert Ellen Full­man mit ihren per­for­ma­ti­ven Klang­in­stal­la­tio­nen wie dem Long String Instru­ment (LSI) Gen­re­gren­zen her­aus. Inspi­riert wur­de sie bei ihrer Suche nach neu­en Klän­gen von den Metall­werk­stät­ten wäh­rend ihres Stu­di­ums der Bil­den­den Kunst, den mini­ma­lis­ti­schen Per­for­man­ces des Jud­son Dance Thea­ters und den Kom­po­si­tio­nen Alvin Luciers. Die­ser bemerkt in sei­nen musik­bio­gra­phi­schen Noti­zen Music 109, dass das Long String Instru­ment auch eine klin­gen­de Raum­in­stal­la­ti­on der Musik­ge­schich­te und Theo­rie sei.

Kör­per, Bewe­gung und Raum bestim­men die fas­zi­nie­ren­den Har­mo­nien in Full­mans Kom­po­si­tio­nen – die Räu­me wer­den dabei zu eigen­sin­ni­gen Mit­spie­lern, denen Full­man intui­tiv begeg­net. Einen beson­de­ren Ein­fluss auf den Klang haben auch die Sai­ten­län­gen des Long String Instru­ment, die im Unter­schied zu Vio­li­nen oder Gitar­ren vari­ie­ren. „Beim Strei­chen in Längs­rich­tung und beim gleich­zei­ti­gen Spie­len meh­re­rer Sai­ten erklin­gen die Ober­tö­ne in unter­schied­li­chen Zeit­in­ter­val­len. Das ist zu kom­plex, als dass es sich abbil­den oder vor­her­sa­gen lie­ße, doch es erzeugt einen sehr inter­es­san­ten Klang.“