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Die Frau­en von Nagyrév

Musiktheater

05.–07. Juni

20:00
TD Berlin

TD Berlin KLOSTERSTR. 44 10179 BERLIN

Bru­ta­li­tät war im ver­arm­ten unga­ri­schen Dorf Nagy­rév all­täg­lich. Vie­le der Män­ner waren kriegs­trau­ma­ti­siert und dem Alko­hol ver­fal­len. Die Frau­en arbei­te­ten und sorg­ten sich um Kin­der und All­tag. Und sie began­nen sich zusam­men­zu­schlie­ßen; töte­ten 300 Men­schen, dar­un­ter ihre Ehe­män­ner: die töd­lichs­te, von Frau­en ange­führ­te Arsen-Epi­de­mie der Geschichte.

His­to­risch völ­lig allein­ste­hend reiht sich das Gesche­hen den­noch in vie­le Erzäh­lun­gen von Gewalt ein, in denen sich Frau­en zur Wehr setz­ten und das Regime über­nah­men: von den Ama­zo­nen in Kleists Pen­the­si­lea über Klytäm­nes­tra in Aischy­los‘ Aga­mem­non bis zu Euri­pi­des‘ Medea.

Kann der Ver­such, mit Gewalt gegen ein gewalt­voll­es­Sys­tem auf­zu­be­geh­ren, ein ers­ter Schritt sein? Stu­die­ren­de der Hoch­schu­le für Musik Hanns Eis­ler ver­knüp­fen in dem musik­thea­tra­len Werk die Geschich­te der Mör­de­rin­nen mit anti­ken Mythen und Uto­pien einer Gesell­schaft ohne Gewalt, die von Vordenker*innen wie bell hooks inspi­riert sind. Gesang und Schlag­zeug ver­bin­den expe­ri­men­tel­le zeit­ge­nös­si­sche Klän­ge mit volks­lied­ar­ti­gen Remi­nis­zen­zen und impro­vi­sier­ter Percussion.