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Gorki Theater:
Slip­pery Slope

Almost a musical

18.–19. März

19:30

Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin

Ein Musi­ker fei­ert nach einem »Cancelculture«-Skandal sein Come­back und will sei­ne Gelieb­te vor einem gie­ri­gen Pro­du­zen­ten ret­ten. Eine viel­ver­spre­chen­de New­co­me­rin star­tet ihre ver­dien­te Solo­kar­rie­re und klagt ihren Ex-Part­ner an, sie mani­pu­liert und aus­ge­nutzt zu haben. Eine unbe­stech­li­che Redak­teu­rin setzt sich mit ihrer femi­nis­ti­schen Zei­tung selbst­los für die Rech­te Unter­drück­ter ein. Und eine jun­ge Jour­na­lis­tin bringt furcht­los die Wahr­heit ans Licht und die Bösen hin­ter Gitter.
Es scheint alles ganz ein­deu­tig: Sie sind die Guten, die den ihnen zuste­hen­den Erfolg ent­we­der bereits aus­le­ben, oder nach erfah­re­nem Unrecht dabei sind, die Täter*innen zu stel­len und sich aus der Opfer­rol­le nach oben (zurück) zu kämp­fen. Aber kann es wirk­lich so ein­fach sein? Schließ­lich erscheint noch ein PR-Exper­te, der das Nar­ra­tiv einer Per­son von der ver­folg­ten Unschuld insze­nie­ren und ver­kau­fen soll…

Wer hat in die­ser Geschich­te also wen benutzt, ging es wirk­lich um Lie­be und die Suche nach der Wahr­heit oder immer nur um Ruhm und Macht? Was war eman­zi­pa­to­ri­sche Aneig­nung, was aus­beu­te­ri­sche Ent­eig­nung, und wo genau ver­läuft die Gren­ze? Wer pro­fi­tiert von wel­chem Nar­ra­tiv am meis­ten – und wes­sen Erzäh­lung setzt sich letz­ten Endes durch?

Regis­seu­rin Yael Ronen, Kom­po­nist Shlo­mi Shaban und das Ensem­ble unter­su­chen mit Slip­pery Slo­pe lust­voll den Wunsch nach ein­fa­chen Wahr­hei­ten und das Mani­pu­la­ti­ons­po­ten­ti­al einer guten Erzähl­stra­te­gie – eine bit­ter­bö­se musi­ka­li­sche Revue über Kunst und Macht in einer post­fak­ti­schen Gesellschaft.