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GES­TU­RES OF HORIZON

Klanginstallation

05.–06. August

17:00-21:00
ROAM

roam projects e.V. Lindenstraße 91 10969 Berlin

GES­TU­RES OF HORI­ZON stellt das Leben und Wir­ken der deut­schen Mathe­ma­ti­ke­rin, Phy­si­ke­rin und For­sche­rin Maria Rei­che (1903–1998), die ihr Leben der Erfor­schung und dem Schutz der Nas­ca-Lini­en in Peru wid­me­te, in das Zen­trum einer viel­schich­ti­gen Klanginstallation.

Dar­in unter­su­chen Hang Su (Kom­po­si­ti­on) und Nina DeLu­de­mann (Szen­o­gra­fie) gemein­sam mit Musiker:innen des Ensem­ble MAM.manufaktur für aktu­el­le musik Maria Rei­ches For­schungs­wei­sen und deren Reso­nanz in der Gegen­wart: Einst waren es Zeich­nun­gen, die Men­schen in den Wüs­ten­bo­den ein­gra­vier­ten; heu­te häu­fen sich dort Ber­ge aus­ran­gier­ter Tex­ti­li­en. GES­TU­RES OF HORI­ZON lädt dazu ein, Per­spek­ti­ven zu wech­seln und die Reich­wei­te des eige­nen Han­delns neu zu vermessen.

Auf einer Büh­ne aus Schleif­pa­pier erschaf­fen die Performer:innen mit eigens ent­wi­ckel­ten Klang­ob­jek­ten eine Land­schaft, in der das Publi­kum dazu ein­ge­la­den sind, die Wei­te der perua­ni­schen Wüs­te zu ima­gi­nie­ren, aber auch zu erle­ben, wie nah sie der eige­nen Erfah­rung sein kann. 486 Meter wei­ße Zoll­stö­cke mar­kie­ren den Höhen­un­ter­schied zwi­schen Ber­lin und Naz­ca. Von den Performer:innen wer­den sie zu unter­schied­li­chen Gebil­den geformt, die mal den Wüs­ten­zeich­nun­gen ähneln, mal den Ber­gen aus Alt­klei­dung, die Indus­trie­län­der heu­te in süd­ame­ri­ka­ni­schen Wüs­ten abla­gern. Aus die­sen Tex­til­ber­gen recy­celt sind auch die Kos­tü­me und Decken, auf denen die Besucher:innen in der Instal­la­ti­on Platz neh­men können.

Inspi­riert von Maria Rei­ches ent­gren­zen­dem Lebens­weg ver­wischt die Instal­la­ti­on fes­te Zuschrei­bun­gen des­sen, was hier und jetzt ist, und eröff­net Mög­lich­kei­ten, gemein­sam Abwe­sen­des und Ver­gan­ge­nes zu beob­ach­ten. Für GES­TU­RES OF HORI­ZON wur­den Foto­gra­fien, Noti­zen und Zeich­nun­gen aus Rei­ches Nach­lass in Klang, Bewe­gung und räum­li­che Struk­tu­ren übersetzt.

Gleich­zei­tig rich­tet die Pro­duk­ti­on den Blick auf aktu­el­le glo­ba­le Ver­flech­tun­gen. Die Fra­ge, wie Land­schaf­ten durch mensch­li­ches Han­deln geprägt wer­den, ver­bin­det den Blick auf die Naz­ca-Wüs­te heu­te mit den Beob­ach­tun­gen Maria Reiches.