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Informationen zur Veranstaltung

  • Do
    22
    Sep
    2016
    So
    25
    Sep
    2016

    Angst II

    20:00-24:00

    Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin

    Anne Imhof: Angst II

    Angst ist eine Oper in drei Akten, die sich zeitlich und räumlich über drei Stationen erstreckt: Die Kunsthalle Basel, die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof und La Biennale de Montréal widmen Anne Imhof im Jahr 2016 drei Ausstellungen, die – wie drei Akte – miteinander verbunden sind. Einen ersten Akt präsentierte die Künstlerin als Auftakt im Juni 2016 in der Kunsthalle Basel.Angst II in Berlin bildet den Höhe- und Wendepunkt dieses Werkkomplexes. Abschließen wird Anne Imhof die Werkfolge mit einem dritten Teil, den sie für La Biennale de Montréal entwickelt. Im Hamburger Bahnhof schafft die Künstlerin für die Dauer von 10 Abenden eine malerische Komposition, die sich aus Musik, Texten, skulpturalen Elementen und Akteuren, Falken und gesteuerten Drohnen zu einem Gesamtbild zusammenfügt.

    Angst II teilt die historische Halle des Hamburger Bahnhofs durch ein Hochseil und ein dichter Nebel lässt die Architektur verschwimmen. Die Musik des Stücks erfasst den gesamten Ausstellungsraum und unterwirft die entstehende Malerei ihrem Rhythmus. Während bei dem in der Kunsthalle Basel gezeigten Akt in einer eher temporalen Anordnung Lieder als Arien auftauchten und der Marsch, ein Walzer und eine Ballade eine Rolle erhielten, wird die musikalische Komposition im Hamburger Bahnhof über einzelne Systeme gespielt, die an Bühnenaufbauten eines Rockkonzerts oder auch an die über den gesamten Hamburger Bahnhof verteilten hauseigenen Lautsprecher für öffentliche Durchsagen erinnern. Die Musikstücke inAngst II sind für diesen Akt geschrieben und begleiten das Werk teils gewaltsam surreal und komisch, teils sehr still. Die Kompositionen sind vor allem für Chöre geschrieben, die nicht von Stimmen gesungen werden. Sie sind in ihre einzelnen Spuren zerlegt, werden über die Mobiletelefone der Tänzer gespielt und fügen sich zu einem orchestralen Ganzen. Ein Seiltänzer durchschreitet den halbdunklen Raum wie eine tickende Uhr, die den Puls dieses Stücks vorschlägt.

    Die historische Halle des Hamburger Bahnhofs wird mit Angst II zum Schauplatz einer „Ausstellung als Oper“, deren Figuren sich nach dem Eröffnungsabend über die Dauer der Ausstellung in verschiedenen Konstellationen zeigen.