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Spi­ral Permutations

Performance

18. April 2026

21:30
HKW

Haus der Kulturen der Welt John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

Im Mit­tel­punkt die­ser Per­for­mance von Kel­vin Sho­lar und Alek­san­dra steht ein sich ste­tig wan­deln­des musi­ka­li­sches The­ma, das Schritt für Schritt wie­der zu sei­ner ursprüng­li­chen Form zurück­kehrt. Das aus allen zwölf Tönen der chro­ma­ti­schen Ton­lei­ter kom­po­nier­te The­ma – eine von hun­der­ten Mil­lio­nen mög­li­cher Per­mu­ta­tio­nen – durch­läuft eine Abfol­ge von Trans­for­ma­tio­nen, dar­un­ter Dre­hung, Spie­ge­lung, Umkeh­rung und Wider­ho­lung. Die­se Ope­ra­tio­nen frag­men­tie­ren die Melo­die und for­men sie um, wodurch sie zeit­wei­lig ihre Iden­ti­tät verliert.

Das Werk ent­fal­tet sich im Ver­lauf von sechs sich über­lap­pen­den Pha­sen: Gesang, Per­kus­si­on, klas­i­sches Kla­vier, Jazz­kla­vier, Elek­tro­nik und Tech­no, wobei jede Pha­se das The­ma in eine ande­re musi­ka­li­sche Spra­che und ein ande­res phy­si­sches Medi­um trans­po­niert. Spra­che geht über in Atem und Rhyth­mus, wäh­rend lang­sam die Per­kus­si­on her­vor­tritt; kom­po­nier­te Kla­vier­tex­tu­ren wei­ten sich aus zu Impro­vi­sa­tio­nen; elek­tro­nisch erzeug­te Atmo­sphä­ren­klän­ge ver­dich­ten sich zu einem pul­sie­ren­den Groo­ve. Jede musi­ka­li­sche Umge­bung ent­wi­ckelt sich zu einer eigen­stän­di­gen Domä­ne, gleich­sam einer eige­nen citi­zen­ship. Und die Per­for­mance spielt einen live voll­zo­ge­nen Aus­hand­lungs­pro­zess zwi­schen die­sen klang­li­chen Ter­ri­to­ri­en durch.

Die mul­ti­dis­zi­pli­nä­re Künst­le­rin Alek­san­dra per­formt gleich­zei­tig inner­halb einer drei­di­men­sio­na­len ani­mier­ten Umge­bung und spie­gelt so im Raum die musi­ka­li­schen Trans­for­ma­tio­nen. In der letz­ten Pha­se der Per­for­mance ist das Publi­kum ein­gla­den, sich ihrem Pul­sie­ren anzu­schlie­ßen und zu aktiv Teil­neh­men­den zu wer­den, statt bloß in der Rol­le der Zuschau­en­den zu ver­har­ren. Wenn die elek­tro­ni­schen Klän­ge der sechs­ten Ver­si­on des Haupt­the­mas all­mäh­lich ver­klin­gen, blei­ben nur noch mensch­li­che Stim­men übrig. Was bleibt, ist eine flüch­ti­ge Form der Zuge­hö­riog­keit, die sich durch Zuhö­ren, Mit­ma­chen und den gemein­sa­men Akt der Erzeu­gung von Klän­gen manifestiert.