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Der flie­gen­de Holländer

Regie Milo Rau

24.–31. Oktober

24:10. 18:00 Premiere
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Deutsche Oper

Deutsche Oper Berlin Bismarckstraße 35 10627 Berlin-Charlottenburg

Mit Der flie­gen­de Hol­län­der setzt sich der streit­ba­re Thea­ter­ma­cher Milo Rau erst­mals mit dem Werk und Kos­mos Richard Wag­ners aus­ein­an­der – und nutzt die roman­ti­sche Oper als Aus­gangs­punkt für eine Rei­se in die poli­ti­schen Tie­fen­schich­ten der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Im Zen­trum steht der ver­fluch­te See­mann, der nur durch die Treue einer Frau Erlö­sung fin­den kann – und in Sen­ta eine obses­siv ent­schlos­se­ne Ver­bün­de­te fin­det. Aus­ge­hend von Wag­ners ideo­lo­gisch ver­bräm­ter Beschäf­ti­gung mit Ahas­ve­rus, der Figur des ewig wan­dern­den Juden, sei­nem Anti­se­mi­tis­mus und Erlö­sungs­kult rich­tet Rau den Blick auf die lan­ge Nach­kriegs­ge­schich­te von Schuld, Erin­ne­rung und der Suche nach Ver­söh­nung. Was bedeu­tet es, Wag­ner nach der Sho­ah zu lie­ben? Gibt es eine Erlö­sung für Wag­ner, eine Erlö­sung von der deut­schen Schuld? Die Insze­nie­rung ver­folgt die­se Fra­gen anhand der Figur des uner­lös­ten Hol­län­ders wie ein Road­mo­vie durch die deut­sche Kul­tur und Geschich­te nach 1945 und die emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen deutsch-israe­li­schen Bezie­hun­gen bis ins Heu­te. Der Hol­län­der erscheint als natio­na­le Meta­pher: als Figur, die immer wie­der an der Über­win­dung ihrer eige­nen Geschich­te schei­tert. Rau wagt damit den Schritt in schmerz­haf­te Area­le des Dis­kur­ses – ohne erträg­li­che Ant­wor­ten zu ver­spre­chen. Mit doku­men­ta­risch-fil­mi­scher Erzähl­wei­se und den Mit­teln des Musik­thea­ters wird die Par­ti­tur zum Denk­raum über Rezep­ti­on und Verantwortung.