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Julian Warner:
DER SOL­DAT. Ein Übergangsritual

16.–17. Juni

16. 20:00
17. 19:00
HAU 2

HAU 2, Hallesches Ufer 34, 10963 Berlin

Juli­an War­ner wid­met sich Frantz Fanon und der Rol­le von Gewalt im Kul­tur­kampf. Zwi­schen Schlag­zeug­rhyth­mus und kör­per­li­chem Drill wird die Büh­ne zum Denk­raum über Kolo­nia­lis­mus, Wider­stand und die Gren­ze zwi­schen poli­ti­schem Han­deln und Krieg.

“Kunst ist eine Waffe.”

Aus­ge­hend von Frantz Fanons Den­ken über anti­ko­lo­nia­le Gewalt erzählt die Per­for­mance “DER SOL­DAT. Ein Über­gangs­ri­tu­al” von einem schwar­zen Künst­ler, der fest­stellt, dass er zum Sol­da­ten gewor­den ist. Als Kunst­ar­bei­ter betritt er die Büh­ne. Im Kampf um Reprä­sen­ta­ti­on und Res­sour­cen erhält er eine Waf­fe – und muss sich fra­gen: Ist Kul­tur­kampf Krieg?

Gemein­sam mit Mar­kus Acher (The Notwist) am Live-Schlag­zeug durch­lebt der Künst­ler die­se Trans­for­ma­ti­on noch ein­mal. Im Zusam­men­spiel von Spra­che und der phy­si­schen Kraft des Schlag­werks ent­steht eine sprach­lich und musi­ka­lisch mit­rei­ßen­de Per­for­mance, die die his­to­ri­sche Situa­ti­on befragt und nach einem eige­nen Ver­hält­nis zur Gewalt sucht.

Frantz Fanon, Psych­ia­ter und Theo­re­ti­ker aus Mar­ti­ni­que, ana­ly­sier­te die Rol­le von Gewalt in einer vom Kolo­nia­lis­mus gepräg­ten Welt so prä­zi­se wie kaum ein ande­rer. Sei­ne Posi­tio­nen wur­den von poli­ti­schen Bewe­gun­gen welt­weit auf­ge­grif­fen – von der Black Pan­ther Par­ty bis zur RAF. “DER SOL­DAT” ver­dich­tet die­se Span­nun­gen zu einem inten­si­ven Abend über Reprä­sen­ta­ti­on, Gewalt und die Fra­ge, wann Gewalt oder ihre Abwehr not­wen­dig wird.

“Der Sol­dat. Ein Über­gangs­ri­tu­al” besteht aus zwei Tei­len. Teil Eins ist eine 50-minü­ti­ge musi­ka­li­sche Per­for­mance. Teil Zwei ist ein 60-minü­ti­ges Nach­ge­spräch im Fish­bowl For­mat, in dem das Publi­kum, ange­lei­tet von zwei Grup­pen­ana­ly­ti­kern, das Erleb­te gemein­sam durcharbeitet.