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Informationen zur Veranstaltung

  • Sa
    15
    Jul
    2017

    Nico and the Navigators: Cantatatanz

    21:15

    Zionskirche, Griebenowstraße 16, 10435 Berlin-Mitte

    „In ‚Cantatatanz‘ zeigt sich Johann Sebastian Bach auf eindrucksvolle Art berührbar.“ (Stuttgarter Nachrichten, 2015)

    „Die Navigators scheuen nicht die mutige Auseinandersetzung mit der Rezeption des Altmeisters: […] mit einer großen Pfeffermühle und viel Tanz- und Spielfreude verleihen die Navigators der schweren Kost eine ordentliche Portion Schärfe.“ (Der Tagesspiegel, 2011)

    Mit ihrem kammermusikalisch besetzten und fein-sinnig inszenierten Konzert „Cantatatanz“ nähern sich Nico and the Navigators in der Zionskirche der Musik von Johann Sebastian Bach. In diesem zweiten und kleineren Projekt der Reihe „KlangZuGang“ widmet sich Nicola Hümpel intensiv der szenischen Ausdeutung von sakraler Musik. In den Arien des Leipziger Thomaskantors Bach entdeckt sie die Bildsprache barocker Frömmigkeit, die in ihrem Weltschmerz und ihrer Jenseits-Sehnsucht zunächst befremdlich wirkt. Nico and the Navigators gelingt es, zeitlos schöne Übersetzungen für Bachs Vokal- und Instrumentalwerke zu finden, wobei die Instrumentalisten direkt in das Spiel des Countertenors Terry Wey und der Tänzerin Yui Kawaguchi einbezogen werden. Als Kontrast zu Bach dienen dabei Werke von Marin Marais, die gegen die Demut des deutschen Protestanten mit Lebenslust und Daseins-Willen Sturm laufen.

    Im Zentrum des Geschehens, dem Oliver Proske einen ebenso überraschenden wie sinnstiftenden Raum-Rahmen gegeben hat, steht freilich Bach. In und mit seiner Musik kann man erfahren, warum das Fehlen von Pedalen am Cembalo durchaus erotische Optionen eröffnet, wo die menschliche Stimme ihren Sitz hat und was eine Pfeffermühle mit Pfingsten verbindet. Die harten Galeerenbänke im Kirchenschiff verwandeln sich dabei unversehens in die Säulen einer mächtigen Kathedrale, zarteste Klänge wechseln mit infernalischem Orgelgewitter – ein Wechselbad großer Gefühle, das von Gottesfurcht und Menschenliebe erzählt.

    2011 wurde das Stück nach der Uraufführung bei den Thüringer Bachwochen in der Zionskirche gezeigt, wohin es nun aufgrund des großen Interesses bereits zum vierten Mal zurückkehrt.

     

    Konzept und Regie: Nicola Hümpel

    Raumgestaltung: Oliver Proske

    Tanz: Yui Kawaguchi

    Countertenor: Terry Wey

    Viola da Gamba: Jakob David Rattinger

    Violine: Mayumi Hirasaki

    Orgel und Cembalo: Eugène Michelangeli

    Kostüm: Frauke Ritter und Laura Barabino

    Licht: Fabian Bleisch