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Informationen zur Veranstaltung

  • Fr
    14
    Dez
    2018

    Aus dem Hinterhalt: Les Contes d’Hoffmann

    21:00

    Deutsche Oper Berlin, Tischlerei, Richard-Wagner-Str. / Ecke Zillestr, 10627 Berlin-Charlottenburg

    Late-Night-Performance zur Großen Oper

    In seiner unvollendeten, erst posthum uraufgeführten Oper LES CONTES D’HOFFMANN brachte Jacques Offenbach den literarisch-biographischen Kosmos E.T.A. Hoffmanns auf die Bühne: Einem Weinfass in dessen legendärem Berliner Stammlokal Lutter & Wegner entsteigt die Muse, und im sich steigernden Rausch erzählt Hoffmann drei unglückliche Liebesgeschichten – während er auf seine Geliebte, die Sängerin Stella wartet, die im benachbarten Schauspielhaus am Gendarmenmarkt auf der Bühne steht. Dabei verschmelzen zunehmend Fiktion und Wirklichkeit, Wunsch und Wahrheit, Phantastik und Realität.

    Mit LES CONTES D’HOFFMANN erschuf der Operettenkönig Offenbach sein Meisterwerk auf dem Feld der ernsten Oper und setzte zugleich dem großen Romantiker Hoffmann ein Denkmal. Im zweiten Abend in der Reihe AUS DEM HINTERHALT wird das Stück wiederum zum Material künstlerischer Reflexion: Frank Bretschneider, Berliner Techno-Legende und international gefeierter Medienkünstler, konzentriert sich dabei ganz auf den sogenannten „Olympia-Akt“, in dem Hoffmann von seiner unglücklichen Liebe zu der geheimnisvollen Tochter des Physikers Spalanzani erzählt. Diese unterhält mit ihrem hochvirtuosen Gesang eine Festgesellschaft, verzaubert den Dichter Hoffmann – und „entpuppt“ sich letztlich als brillant konstruierter, lebensecht gestalteter Musikautomat.

    Zusammen mit der Klang- und Lichtkünstlerin Florence To übersetzt Bretschneider diese Geschichte vom 19. ins 21. Jahrhundert. Es geht dabei um eine Poesie der Technik ebenso wie um den Verlust der Fähigkeit, zwischen Traum und Realität unterscheiden zu können. Geändert haben sich jedoch die Medien, mit denen diese Geschichte erzählt wird. Waren es im 19. Jahrhundert die faszinierenden Neuerungen in der Optik, der Feinmechanik sowie die ersten Anfänge der Elektrifizierung, so sind es heute Nanotechnik, Informatik und virtuelle Realität. Ausgehend vom musikalischen Material Offenbachs entsteht ein artifizielles Netz aus Licht und Sound, das obgleich abstrakt und reduziert auf einzelnen Motiven Offenbachs basiert – und in das dessen Originalmusik, gesungen von Sopranistin Flurina Stucki, eingebettet ist.

    Aus dem Hinterhalt – das ist die Late Night-Reihe, die in den vergangenen Jahren Gäste wie Black Cracker, Andrei Koroliov, Matthew Herbert, Lydia Lunch, Peaches oder N.U. Unruh in die Tischlerei einlud. Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern des Hauses kommentierten sie fünf Premieren der Großen Bühne. Die erfolgreiche Serie dieser immer nur einmal stattfindenden Performance-Abende wird 2018/2019 mit weiteren Special Guests aus Pop, Rock, Avantgarde oder Bildender Kunst fortgesetzt.

    Konzept, Künstlerische Leitung: Alexandra Holtsch
    Raumkonzept: Sabine Mader
    Dramaturgie: Sebastian Hanusa

    Special guests: Frank Bretschneider
    Special Guest: Florence To
    Sopran: Flurina Stucki
    Klavier: Jean-Paul Pruna