Dieser Kalender funktioniert auf der Basis selbständiger Eintragungen von Veranstalter*innen und Akteur*innen und erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Tragen Sie Ihre Veranstaltung hier ein.

 

Informationen zur Veranstaltung

  • Sa
    02
    Feb
    2019

    Kopernikus

    20:00

    Staatsoper Unter den Linden, Alter Orchesterprobensaal, Hinter der Katholischen Kirche 1, 10117 Berlin-Mitte

    Opéra-rituel de mort ( 1978/79)
    Musik und Text von Claude Vivier

    Eine Aura der Mystik umgibt den frankokanadischen Komponisten Claude Vivier, der mit seinem letzten, unvollendet gebliebenen Werk »Glaubst du an die Unsterblichkeit der Seele« seine eigene Ermordung durch einen Prostituierten in Paris quasi vorausgesehen hatte. Todestrieb, aber auch pure Lebenslust waren die beiden Konstanten, die sich durch Viviers Leben und Schaffen zogen. Auch sein einziges Musiktheaterwerk ist davon gezeichnet.

    »Kopernikus« schildert den Übergang vom Leben zum Tod. Dabei trifft ein Kind namens Agni, dem Namen des vedischen Feuergottes, in einem Zwischenreich auf Wesen, die alle Teil eines Ritus zur Vorbereitung auf den Tod bzw. auf die Existenz danach sind. Die Stimmen stiften Hoffnung und Mut und nehmen verschiedenste Gestalten an: von Mozart über Tristan und Isolde bis hin zu Lewis Carroll, dessen absurde Leichtigkeit à la »Alice in Wonderland« auch Viviers Todesritual bestimmt. Auch der titelgebende Astronom ist dabei, der wie kaum ein anderer die Sicht der Menschheit auf das Universum wandelte – so wie auch der Tod die Sicht auf unser Leben verändert.

    Der Stockhausen-Schüler Vivier setzt das Ritual an der Grenze der Existenz in eine faszinierende, schillernde Musik für je sieben Sänger und Instrumentalisten, in die fernöstliche Klänge ebenso hineinspielen wie Messiaen’sche Ekstasen und Anklänge an die frühbarocke Madrigaloper. Neben Teilen auf Französisch vertont Vivier das Unaussprechliche in einer Fantasiesprache, in der sich jegliche Semantik in pure Lautlichkeit auflöst. Fernab musikalischer Schreckensbilder, wie man sie aus zahlreichen Requiemsvertonungen kennt, findet Vivier zu einer unkonventionellen kosmischen Schönheit der Musik.

    In französischer Sprache und einer Fantasiesprache
    Vorwort 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Referent: Benjamin Wäntig

    Musikalische Leitung: Errico Fresis
    Inszenierung: Wouter Van Looy
    Bühnenbild:
    Sascha van Riel
    Kostüme: Johanna Trudzinski
    Dramaturgie
    : Benjamin Wäntig

    Koloratursopran: Sarah Aristidou
    Sopran
    : Slávka Zámečníková
    Mezzosopran: Anna Schors
    Alt (Agni): Corinna Scheurle
    Baryton-Martin: Adam Kutny
    Bariton: Giorgi Mtchedlishvili
    Bass: Erik Rosenius

    MITGLIEDER DES INTERNATIONALEN OPERNSTUDIOS
    MITGLIEDER DER STAATSKAPELLE BERLIN