Dieser Kalender funktioniert auf der Basis selbständiger Eintragungen von Veranstalter*innen und Akteur*innen und erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Tragen Sie Ihre Veranstaltung hier ein.

 

Informationen zur Veranstaltung

  • Mi
    16
    Jan
    2019

    Violetter Schnee

    19:30

    Staatsoper Unter den Linden, Unter den Linden 7, 10117 Berlin

    Oper
    Musik von Beat Furrer
    Text von Händl Klaus basierend auf einer Vorlage von Wladimir Sorokin
    in der Übersetzung von Dorothea Trottenberg

    Uraufführung
    Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden

    Die Welt im Ausnahmezustand. Fünf Menschen sind eingeschlossen in einem unaufhörlichen Schneewehen. Die Zeit scheint stillzustehen. Wird das jemals enden? Jacques bleibt inmitten der Gruppe für sich, er bejaht den Schneefall wie das Nichts, dem er sich weiht – indem er Zwiesprache hält mit dem Schnee, einverstanden mit seinem unheimlichen Wirken. Peter und Silvia dagegen sind bedrückt, ängstlich, pessimistisch. Jan und Natascha versuchen, die Übersicht zu behalten, weiterhin zu hoffen und tätig zu bleiben im Glauben an eine neue Zeit. Zusehends schwerer fällt allen die Fähigkeit, sich mitzuteilen. Was da namenlos geschieht, befremdet alle; sie haben keine Sprache dafür. Als eine Fremde erscheint und spricht – Tanja, die wie in einem Bild durch die Landschaft geht – löst sie zunächst Euphorie aus, gefolgt von tiefer Vereinsamung. Wie ein Projektionskörper, als ein Erinnerungsraum wirkt sie; Jacques meint, in ihr seiner verstorbenen Frau zu begegnen – er rührt an die Membran zwischen Leben und Tod. Nichts aber ist stärker als die Sonne. Im violetten Aufleuchten des Schnees erfährt die Gruppe ihre Auslöschung.

    Der Schweizer Komponist Beat Furrer – kürzlich mit dem Ernst-von-Siemens Musikpreis ausgezeichnet – gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. In seinen zahlreichen Musiktheaterwerken steht das Verhältnis von Sprache und Klang besonders im Zentrum. »Violetter Schnee« reflektiert die existenziellen Erfahrungen des Fremdwerdens und des Verlusts der Sprache angesichts einer drohenden Katastrophe und übersetzt diese in eine suggestive musikalisch-sprachliche Struktur.

    In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
    Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Referent: Roman Reeger
     
    Musikalische Leitung: Matthias Pintscher
    Inszenierung: Claus Guth
    Libretto: Händl Klaus
    Bühnenbild: Étienne Pluss
    Kostüme: Ursula Kudrna
    Dramaturgie: Yvonne Gebauer, Roman Reeger
     
    Natascha: Elsa Dreisig
    Peter: Georg Nigl